Wir sind ein seit über 20 Jahren bestehender Kindergarten für Kinder im Alter von 2 bis 6 Jahren. Seit 2002 befindet sich unser Kindergarten im Erdgeschoss eines Wohnhauses im Herzen des Bezirks Charlottenburg, nur wenige Meter vom Lietzensee entfernt. Die Kita umfasst insgesamt sechs Räume. Wir beschäftigen ständig fünf Erzieher/innen, einige in Vollzeit, andere in Teilzeit, und regelmäßig Praktikanten, die in der Regel über einen längeren Zeitraum bei uns arbeiten. Sie betreuen insgesamt 25 Kinder. Wir sind eine Kita, die mit einem situationsorientierten Ansatz arbeitet. Die Themen und Wünsche der Kinder stehen bei uns im Mittelpunkt. Wir setzen uns auch für eine Erziehung zur Selbstständigkeit und Individualität ein.
Eine EKT (Elterninitiativ-Kindertagesstätte) oder ein Elterninitiativ-Kindergarten ist eine Einrichtung, in der Eltern und Pädagogen gemeinsam ihre Vorstellungen von Erziehung umsetzen. Diese Einrichtungen werden unabhängig verwaltet. Das bedeutet, dass sich Eltern und manchmal auch Erzieher bewusst als Interessengruppe zusammenschließen, um einen Verein zu gründen, dessen Zweck die Einrichtung und der Betrieb einer Kindertagesstätte ist und der ausschließlich gemeinnützigen Zwecken dient.
Ursprünglich sind die EKT aus der 1968er-Bewegung hervorgegangen. Sie wollten sich den herkömmlichen Erziehungsmethoden und -prinzipien durch eine liberalere Erziehung der Kinder und eine Mischung der Altersgruppen widersetzen. Die Mitglieder entwickeln zusammen mit den Erziehern ein Konzept und beteiligen sich gemeinsam an der Gestaltung und dem Alltag des Kindergartens. Heute sind EKT keine Seltenheit mehr. Viele Eltern entscheiden sich für diese Form der Kinderbetreuung.
Der gemeinsame Betrieb einer solchen Einrichtung erfordert jedoch eine starke Vernetzung auf verschiedenen Ebenen. Dank der Vereinsstruktur sind die gewählten Vertreter der Eltern (Vorstand) auch die Arbeitgeber der Erzieher. Alle anderen Aspekte der Einrichtung erfordern eine strukturierte Organisation, die von allen Beteiligten selbst verwaltet wird.
Daher ist es uns wichtig zu betonen, dass wir nach motivierten und dynamischen Eltern suchen, die sich mit dem Prinzip der Selbstorganisation wohlfühlen und die Initiative ergreifen können. Ihr Engagement und Ihre aktive Teilnahme sind entscheidend, um zum Reichtum und zur Effektivität unserer Bildungsgemeinschaft beizutragen.
Was ist Selbstorganisation?
Wie in jedem Kindergarten gibt es auch bei uns die Möglichkeit, sich in den Vorstand wählen zu lassen und die Rolle des Vorsitzenden, des stellvertretenden Vorsitzenden, des Sekretärs oder des Schatzmeisters zu übernehmen. Darüber hinaus bedeutet die Mitgliedschaft in unserem Verein die Übernahme von täglichen Aufgaben. Eine kleine Einrichtung kann es sich nicht leisten, einen Hausmeister oder Handwerker einzustellen oder eine professionelle Verwaltung in Anspruch zu nehmen. In unserem Kindergarten waschen die Eltern die Wäsche, kaufen für den Nachmittagssnack ein und führen größere Putzaktionen durch, wie das Waschen von Fenstern, Stühlen, Tischen oder Türen. Idealerweise sind Eltern für Reparaturen und Wartungsarbeiten in der Einrichtung, Renovierungs- und Hausmeisterarbeiten, Einkäufe sowie die Gestaltung der Räume und des Spielmaterials zuständig. Eine weitere wichtige Aufgabe ist der Elterndienst (Elterndienst), d. h. wenn Erzieher abwesend sind, kümmern sich die verbleibenden Erzieher um die Kinder mit einem oder mehreren Elternteilen. Sie übernehmen organisatorische und administrative Aufgaben, wie z. B. den Schriftverkehr mit Behörden und Eltern, die Rechnungsstellung, den Abschluss von Versicherungen und die Vertretung vor Gericht.
Die Bandbreite der Aufgaben ist sehr groß und verändert sich im Laufe der Zeit, je nachdem, wie lange die Einrichtung schon besteht, wie sehr sich die Eltern engagieren und welche Interessen und Fähigkeiten sie mitbringen. Wir appellieren an die Kultur der freiwilligen Beteiligung.
Die pädagogische Arbeit konzentriert sich auf das Erlernen der beiden Sprachen Deutsch und Französisch. Unsere Erzieherinnen und Erzieher begleiten die Kinder, indem sie ihre individuellen Fähigkeiten unterstützen und entwickeln. Jeder verwendet seine Muttersprache und folgt damit dem Prinzip, dass jede Sprache mit einer bestimmten Person verbunden ist. Beide Sprachen werden gleichermaßen in Aktivitäten wie Singen, Spielen und alltägliche Interaktionen eingebunden. Die Interaktion mit jüngeren, gleichaltrigen oder älteren Kindern ist für ihre Entwicklung ebenso wichtig. Als Freunde und Spielkameraden lernen sie gemeinsam, Verantwortung zu übernehmen, einander zu verstehen und zu respektieren. Gemeinsame Mahlzeiten, der Morgenkreis, freies Spiel, kleine Ausflüge und Gruppenaktivitäten bieten Gelegenheiten für die verschiedenen Altersgruppen, sich zu begegnen. Die Kinder werden in Altersgruppen eingeteilt, um an bestimmten Themen zu arbeiten, an speziellen Aktivitäten wie Tanz- und Musikunterricht teilzunehmen und um Mittagsschlaf zu halten. Unsere Kinder profitieren von den Vorteilen zweier verschiedener Schulsysteme: Sie genießen viel Freiheit und erhalten gleichzeitig gezielte Förderung.